Susanne Rottenbacher: Licht im Griff

400,00 Preise inkl. MwSt.

Auflage: Insgesamt 25
Höhe: 48 cm, Breite: 14 cm, Tiefe 15 cm
LED-Lichtschlauch, verschiedene Farben, Alu-Flachband, Fahrradgriff

Das ideale Weihnachtsgeschenk!

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Dies ist eine kleinere Arbeit von Susanne Rottenbacher, die in jede private Sammlung passt.

Das Multiple besteht aus einem Lichtschlauch, der mit einem Aluminiumflachband verschraubt ist und aus einem schwarzen Griffelement aus Kunststoff erwächst. Mit einem durch das Griffelement geführten Kabel und dazu gehörigem Netzteil wird der Lichtschlauch mit Strom versorgt. Den Griff verlässt er zunächst in einer Geraden, um sich dann in einer dynamisch ausladenden Bewegung serpentinenförmig in die Höhe zu steigern und erhobenen Hauptes seiner ihn begrenzenden Schnittstelle entgegen zu laufen. Er verbreitet dabei einheitlich farbiges Licht. Während das Lichtelement für dieses Multiple eigens hergestellt wird, handelt es sich bei dem Kunststoffgriff um einen vorgefertigten Gegenstand: Den Lenkergriff eines Zweirades.

Das Aluminiumflachband ist fest mit dem Lichtschlauch verschraubt und begleitet ihn in seiner Aufwärtsbewegung und seinen Windungen. Die in regelmäßigen Abständen gesetzten Schrauben des Bandes lassen sich tief in das Material ein und vermitteln ein stark prothetisches Bild.  Das Lichtobjekt lässt sowohl an eine eigenwillig gestaltete Werkstattlampe denken als auch das Bild einer Fackel mit modern nachempfundener Flamme aufkommen. Als Kunstgegenstand kann es an eine Wand gehängt oder lapidar auf einem Regal oder einem Tisch abgelegt werden. Led-betrieben erhitzt sich dieses Objekt nicht in besonderem Masse und erlaubt ein einfaches bedenkloses handling.

Der Gummigriff lädt explizit zum Zugriff ein. Legt man die Finger in die sich ihnen bietende Passform und greift zu, so sieht man sich mit einem eigenwilligen Gegenüber konfrontiert. Die Figur ist in ihrem Verlauf rückwärts gewandt, so wie sich die Flamme einer Fackel dem Windwiderstand beugen würde. So ist ihr das Vorangetragenwerden fest in die eigene Figur eingeschrieben. Streckt man den Arm aus und hält sie vor sich, findet man sie ausgerichtet eben so wie man ein Mikrophon halten würde. In der Ablage findet sie leicht in eine stabile Rückenstellung. Die Liegende streckt sich über die Fläche, windet sich auf und erhebt sich.

Unabhängig von seinem Präsentationsort jedoch behält das Objekt dank seinem Endstück stets den Bezug zur haltenden Hand. Als ein zu tragendes, dar zu reichendes Licht ausgewiesen, transportiert es immer das Bild einer solchermaßen vorstellbaren Geste, die sich stets als eine Zuwendung von Helligkeit versteht. Und so verwundert es wenig, dass sich das weitergereichte Licht, die von Hand zu Hand wandernde Fackel als allegorische Formel mit vielfältigen Inhalten füllen und verbinden lässt. Das zur Hand nehmen, die Figur in Betrachtung in der eigenen Hand zu drehen und zu bewegen bleibt als naheliegender Impuls stets unübersehbar präsent. Alles andere ist eine Frage des Verlängerungskabels. Dies erinnert an die charakteristischen Handbewegungen von Rockstars vergangener Tage vor der Einführung des Funkmikrophons: Meterlange Kabelmassen, die eine freie Bewegung auf großer Bühne ermöglichen sollten, wollten elegant bewältigt werden.

Innerhalb des Werkes von Susanne Rottenbachers nimmt das Multiple Bezug auf eine Reihe von Skulpturen, in denen Lichtröhren als große, raum-greifende Lichtfiguren auftreten. Deren beschwingte und stets tänzerisch anmutenden Verläufe werden hier in einem verkleinerten Format in eine Form gebracht, dessen Gestaltung an einen auf praktische Nutzung hin angelegten Gegenstand denken lässt. Das Bild der in ihrem Vorantragen prothetisch eingefrorenen Fackel steht dabei jedoch als sehr beredtes Bild ganz für sich.

Text: Rafael von Uslar

Zusätzliche Information

Größe14 × 15 × 48 cm
Farbe

rot, blau, pink, weiß

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Susanne RottenbacherSusanne Rottenbacher (*1969, Göttingen) studierte Bühnenbild am Barnard College der Columbia University New York und absolvierte einen Master of Science mit dem Schwerpunkt Licht an der Bartlett School of Architecture and Planning, London. Sie arbeitete als Bühnenbildnerin an der Deutschen Oper Berlin und als Lichtbildnerin für das Büro ''Licht Kunst Licht''; in diesem Kontext konzipierte sie unter anderem das Licht-Design des Bundeskanzleramts und der Regierungsneubauten. Seit 2004 ist sie als freie Lichtkünstlerin tätig. Susanne Rottenbacher schafft raumgreifende Installationen aus skulpturalen Elementen, die sich am besten als Licht-Farbkörper beschreiben lassen. Ihre Skulpturen sind von großer Leichtigkeit und Transparenz geprägt und verändern sich im Dialog mit dem Umgebungsraum und den Tageszeiten.

Sie erhielt bereits zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien, darunter das Artist in Residence - Stipendium , Centre of Contemporary Art, CCA, Andratx Mallorca (2016), den 1. Preis, Kunst am Bau C.O.R. Düsseldorf (2013), den IIDA Award of Merit, IESNA für die Lichtplanung des Marie-Elisabeth-Lüders-Haus, Bundestag, Berlin (2005), sowie das Josephine Paddock Stipendium der Columbia University New York (1991).

Unter ihren Ausstellungspräsentationen finden sich:

  • 2019: solo: DA Kunsthaus Kloster Gravenhorst,
  • 2019: „Museum of Now“, Gruppenausstellung, presented by Berlin Art Society
  • 2018: solo:Schaufensterausstellung des Hauses am Waldsee im Bikini Berlin, "The Twist 01"
  • 2018: solo: „Disassembly“, Box Freiraum, Berlin
  • 2017: 57th Biennale di Venezia, unpainted - art in the digital age, guest of Body and Soul Performance Art (Collateral Event)
  • 2017: "Signal, Lichtkunst aus der Sammlung Robert Simon", Kunstmuseum Celle
  • 2016: "The Difference between Sunrise and Sunset", Schloss Tüssling,
  • 2016: „Unpainted LAB 3.0.“, Kesselhalle München
  • 2016: „deLight“, Galerie FeldbuschWiesner, Berlin
  • 2015: solo:11m2 Projektraum, Berlin
  • 2014: solo: Galerie Teapot, Köln
  • 2014: Art Dubai, Salsali Private Museum
  • 2014: "Scheinwerfer, Lichtkunst in Deutschland im 21. Jahrhundert", Kunstmuseum Celle 2013: The Prague Contemporary Art Festival, GASK gallery

http://www.susannerottenbacher.de/

Porträtfoto: @SINCLAIR CLAYMORE

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